Bayerns schönste Kirchen

Die Oswaldkirche in Regensburg

Oswaldkirche in Regensburg

Augenweide mit Atmosphäe: die Oswaldkirche in Regensburg

Bild: Oswaldkirche Regensburg / Wikipedia / Johanning

Für Schulgottesdienste wird sie ebenso gerne genutzt, wie für Konzerte oder Ausstellungen: die Oswaldkirche in Regensburg - ein Gotteshaus, deren Geschichte ganz schön im Zick-Zack-Kurs verlief.

Das 14. Jahrhundert als Zeitraum für den Bau der Regensburger Oswaldkirche hat sein wunderschönes Gesicht unverändert bewahrt. Graziöser Stuck ziert die in mattweiß und rosa gehaltenen Emporen, die auf schlanken Säulen mit Goldbesatz thronen. Und die Decke ist ein durchgehendes Kunstwerk aus antiken Gemälden mit alttestamentlichen Motiven und cremefarbenem Stuck-Dekor.

Bemerkenswert ist auch die Orgel am Ende des schlanken Kirchenschiffs. Franz Jakob Späth, ein Zeitgenosse Mozarts hat das Instrument um 1750 erbaut; die Orgel hat für die Erforschung der süddeutschen Orgelbaukunst eine überragende Bedeutung und wurde 1991 und 2000 grundlegend saniert und in ihrem historischen Zustand erhalten.

1552 für evangelischen Gottesdienst bestimmt

„In dieser Kirche“, findet Martin Schulte, Pfarrer der Oswaldkirche, „fühlt man sich mehr als vielleicht in anderen Häusern in eine Jahrhunderte dauernde Glaubensgeschichte eingebunden.“ Eine Geschichte, die ganz schön im Zick-Zack-Kurs verlief.

Die Oswaldkirche war nämlich ursprünglich gar keine evangelische Kirche, sondern eine katholische. Im späten 13. Jahrhundert, so informiert die Gemeinde, haben die beiden Patrizier Friedrich Auer und Karl Prager das ,Reiche Spital‘ für 12 Pfründnerinnen gegründet, das dem angelsächsischen Heiligen Oswald geweiht war. „Zu dem Stiftsensemble“, erklärt Schulte, „gehört auch das direkt anschließende Gebäude in der Engelburgergasse sowie das heute vom Weißfärbergraben zugängliche Studentenwohnheim.“

1604 heutige Ausmaße erhalten

Nach dem Aussterben der beiden Patrizierfamilien sei das Patronat an die Stadt übergegangen, die 1552 die Kirche für den evangelischen Gottesdienst bestimmte. 1604 wurde die Kirche nach dem Abbruch des westlich der Kirche gelegenen Schlafsaals der Pfründnerinnen vergrößert und erhielt ihre heutigen Ausmaße.

Und dieses unverwechselbare Flair. Was fühlt Pfarrer Schulte, wenn er Platz nimmt auf einer der Bänke für die Besucher? „Ruhe. Meditation“.
Eine Kirche als Kraftquelle.


26.08.2014 / Almut Steinecke