Bayerns schönste Kirchen

Die evangelische Pfarrkirche in Pilgramsreuth

Pfarrkirche Pilgramsreuth

Die Pfarrkirche Pilgramsreuth

Bild: Pfarrkirche Pilgramsreuth

Unter den Baudenkmälern Oberfrankens nimmt die Dorfkirche von Pilgramsreuth bei Rehau eine herausragende Stellung ein - wenn man sie betritt, weiß man, warum.

Die barocke Ausstattung des hochgotischen Kirchenbaus und die bedeutsamen Freskenreste verleihen der Kirche ihren besonderen Reiz. 1473 war der Bau des Langhauses abgeschlossen und aus dieser Zeit dürfte der Großteil der Wandmalereien stammen, von denen 16 Figuren bzw. Szenen freigelegt sind, u. a. eine seltene Darstellung des Volto Santo mit dem Spielmannswunder.

Bemerkenswert sind auch der Altar und die Kanzel, die der Bayreuther Bildhauer Elias Räntz um 1710/11 gefertigt hat. Der Altar bildet das Christusgeschehen ab, das die Evangelisten sowie die Apostel Petrus und Paulus bezeugen. Im Zentrum ist das Abendmahl dargestellt. Der Aufgang zur barocken Kanzel mit den Aposteln stammt aus derselben Schaffensperiode von Elias Räntz. Die Kanzel selbst ruht auf den Schultern des Mose. Die Emporen tragen 76 gemalte Szenen auf den Brüstungsflächen.

Festlicher Rahmen für Kirchenkonzerte

Diese kunsthistorisch so außergewöhnliche Kirche bildet, auch wegen ihrer vorzüglichen Akustik, den festlichen Rahmen für anspruchsvolle kirchenmusikalische Darbietungen. Seit 1974 finden hier jährlich die „Pilgramsreuther Kirchenkonzerte“ statt.

Das „Kartoffeldenkmal“ im Kirchhof wurde 1990 aufgestellt. Um 1647 begannen in Pilgramsreuth Hans Rogler und andere Bauern systematisch mit dem Feldanbau der Kartoffel. Es handelt sich dabei um den frühesten bisher bekannten „Erdäpfelanbau“ in Deutschland. Die Bronzeplastik auf einem Steinsockel zeigt einen Bauern mit Kartoffelgrabegerät und eine kniende Bäuerin mit Kartoffelkorb, beide im bäuerlichen Gewand des 17. Jahrhunderts.

   


26.08.2014 / ELKB / Poep